Dr. med. Günter Schaible
 Dr. med. Antje Weil-Schaible

 



Katarakt (Grauer Star)

Als Katarakt wird eine Eintrübung der ursprünglich klaren Augenlinse bezeichnet. Der Patient bemerkt eine Verschlechterung der Sehschärfe, er sieht wie durch einen Schleier. Auch fällt dem Betroffenen eine erhöhte Blendungsempfindlichkeit auf. Die häufigste Form des Katarakts ist die altersbedingte Linseneintrübung. Es gibt daneben noch die seltenen Kataraktformen wie angeborene, Cortisoninduzierte , verletzungsbedingte oder durch Stoffwechselerkrankungen verursachte Linsentrübungen.

 

Behandlung des grauen Stars

 

Einzige Behandlungsmöglichkeit beim Katarakt ist die Operation der getrübten Linse.Bei der Operation in lokaler Betäubung wird über einen sehr kleinen (3mm) Schnitt die Augenvorderkammer eröffnet und der Linsenkern mit Ultraschall verflüssigt und anschließend zusammen mit der Linsenrinde abgesaugt. Die den Linsenkern umhüllende Kapsel wird intakt gelassen.Durch diesen Schnitt wird eine gefaltete Kunstlinse in den leeren Kapselsack eingebracht.Diese Operation wird heutzutage in der Regel ambulant durchgeführt. An den nächsten darauf folgenden Tagen muß das Auge jedoch vom Augenarzt kontrolliert werden. In den nächsten Wochen müssen regelmäßig Augentropfen appliziert werden.Ca. 8 Wochen nach der Operation des zweiten Auges kann dann eine Brille, meist nur zum Lesen verschrieben werden.Bei Patienten bei denen vor der Kataraktoperation eine höhere Hornhautverkrümmung eine Brillenkorrektur erforderte, wird durch die Operation der Katarakt die Hornhautverkrümmung nicht berührt. Nach der Kataraktoperation ist bei diesen Patienten auch weiterhin eine Brillenkorrektur erforderlich.

 

Zeitpunkt für eine Kataraktoperation

 

In der Regel ist beim normalen Grauen Star keine Eile geboten. Der Zeitpunkt für die Operation wird vom Patienten mitentschieden.Er hängt wesentlich von der subjektiven Beeinträchtigung des Patienten ab. Kommt der Patient mit seiner Sehschärfe noch zurecht, kann man noch zuwarten, es sei denn, er ist Autofahrer, und die Sehkraft ist für die Teilnahme am Straßenverkehr nicht mehr ausreichend. Auch berufliche Anforderungen an das Sehvermögen werden in die Entscheidung wann operiert werden soll einbezogen. Sollte jedoch die Trübung zu ausgeprägt sein, man spricht von einem prämaturen oder maturen Katarakt, sollte frühzeitig operiert werden um Komplikationen (Augeninnendruckanstieg) zu vermeiden und weiterhin einen Einblick auf die Netzhaut zu ermöglichen. Die Komplikationsrate für eine Kataraktoperation ist heutzutage äußerst gering. 90% der Patienten können nach der Operation besser sehen.Allerdings gibt es auch Patienten, denen man von einer solchen Operation abraten sollte. Wenn zum Beispiel bei der routinemäßigen Netzhautkontrolle vor Operation schwere Durchblutungsstörungen im Bereich der Makula (Stelle des schärfsten Sehens) diagnostiziert werden. Dann sollte man abwägen, ob die Sehverschlechterung mehr durch die Linsentrübung oder durch die Makuladegeneration hervorgerufen wird und im letzteren Fall zu diesem Zeitpunkt die Operation nicht durchführen, da der Patient keine wesentliche Sehverbesserung durch die Operation erfährt.

 

Weitere Prognose für das Sehvermögen nach Kataraktoperation

 

Nach Wochen oder Monaten kann es zu einer erneuten allmählichen Verschlechterung der Sehschärfe kommen, ähnlich wie vor der Operation. Dies kommt durch die Eintrübung der hinteren Linsenkapsel zustande. Dieser so genannte Nachstar lässt sich mit minimalem Risiko und ohne Schmerzen mit einem YAG-Laser beseitigen. (Leistungsspektrum / Laserchirurgie)  

Danach kann es nicht mehr zu einer Eintrübung im Linsenbereich kommen. Maßgeblich für den weiteren Verlauf des Sehvermögens ist nun hauptsächlich der Zustand der Netzhaut und vor allem der Makula. Daher sollten genau wie auch ohne durchgeführte Kataraktoperation weiterhin regelmäßige Netzhautkontrollen durchgeführt werden.

 

Die Linsen

Es gibt der Linsen Sonderzahl,

Im Suppentopf schon allemal.

Doch auch ein Fotoapparat,

Ganz vorne eine Linse hat.

Ein Zielfernrohr hat derer viele,

Auf daß der Jäger besser ziele.

Und auch im Observatorium,

Hängen lauter Linsen herum.

Ebenso ist es auch richtig,

Daß sie für Menschen wichtig

Weil er, um umherzugaffen,

Von der Schöpfung so geschaffen,

Daß er durch zwei Linsen sieht,

Was um ihn herum geschieht.

Nun wär es gut , wenn dies so bliebe,

Doch manche Linsen werden trübe

Und das ist leider gar nicht schön,

Denn dann kann man nicht mehr sehn.

Ärzte, - zu dem Zweck erfunden,

Daß Erkrankte rasch gesunden,

Haben schließlich auch gelernt,

Wie man das trübe Ding entfernt.

In Köln wirkt, vielen wohlbekannt

Ein Arzt ,Professor Kilp genannt

Er setzt, um Kranke zu erfreuen,

Ins Auge neue Linsen ein.

Der Mensch, der kann nun wieder sehn

Und sagt zum Doktor: "Dankeschön".

Hermann-Walter Stein

Schriftsteller und Dichter in Köln - Ehrenfeld

geschrieben 1988